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II. ModifikationenDiamant ist das härteste aller bekannten Materialien. Das ist auf den
Atombau zurückzuführen; bei einer Spaltung müssen immer
Atombindungen gespalten werden. Die Atome bilden ein tetraedisches,
regelmäßiges und stabiles Gitter. Jedes Kohlenstoffatom ist von vier
weiteren tetraedisch umgeben. Die Atombindungen zwischen ihnen sind alle gleich
lang nämlich 115pm. Dadurch, dass alle Außenelektronen an einer
Bindung beteiligt sind, läßt sich auch erklären, dass Diamant
den elektrischen Strom nicht leitet.
Jedoch leitet er die Wärme um so besser; er ist das Material, mit der
höchsten Wärmeleitfähigkeit. Zudem ist der thermische
Ausdehnungskoeffizient fast so klein wie der von Quarzglas.
Diamant besitzt ein Dichte von 3.5g/cm³. Erst bei
800°C verbrennt er an Luft zu
CO2. Unter Luftausschluß bleibt er bis
1600°C stabil. Dann wandelt er sich in Graphit
um.
Diamant hat eine äußerst geringe chemische Reaktivität. Nur
stark oxidierende Säuren und Schmelzen oder flüssige, carbidbildende
Metalle können ihm bei höheren Temperaturen etwas anhaben.
Diamanten lassen sich in der Natur auch mit unterschiedlichen Farben und
Transparenz finden. Meistens ist die Ursache dafür, dass sich
Verunreinigungen im Diamant befinden.
Der Diamantglanz und das Farbenspiel beruhen auf der sehr hohen
Lichtbrechung des Kristalls. Es kann auch vorkommen, dass der Diamant
kurzzeitige Lumineszenz besitzt,
wenn man ihn einer ultravioletten Lichtquelle aussetzt, d.h., dass er
kurzzeitig in einer Farbe leuchtet (gewöhnlich hellblau).
Der genaue Mechanismus, wie Diamanten entstehen, ist noch umstritten;
sicher ist jedoch, dass Kohlenstoff nur unter sehr großer Wärme und
gleichzeitig sehr hohem Druck als Diamant kristallisiert. In der Natur geschieht
dies z.B. in Vulkanen.
Die einfache Herstellung ist die Umwandlung von Graphit. Im Jahre 1955 ist
dies erst gelungen. Unter dem Druck von 50 Kilobar und
1700°C wurde aus kristallinem Graphit
Diamantpulver hergestellt.
Allerdings gibt es auch eine andere Methode der Synthese – die
CVD-Synthese. CVD kann man nach englisch chemical vapour deposition mit
„reaktive Abscheidung aus der Gasphase“
übersetzen. Das erlaubt, nahezu beliebige Materialien
großflächig mit Diamantfilmen zu beschichten. Dazu gibt es
verschiedene Verfahren. Eine ist die „Hot filament“
–Methode.
Dabei wird durch die große Hitze des Heizdrahtes (2000 Grad Celsius)
das Gasgemisch aus
Methan, Wasserstoff und teilweise auch Sauerstoff zersetzt. In einem
Abstand von ca. 0,7cm
kristallisiert nun Diamant auf einem gekühlten Substratmaterial ( 500
– 1000 Grad Celsius).
Die Wachstumsrate pro Stunde beträgt zwischen 1 Mikrometer bis zu 10
Mikrometer pro Stunde.
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